Kunststofftanks von Ripalgo AG, Schweiz

Wohin mit dem Regenwasser vom Dach?

Ein Dach ist begrenzt – das Wasser, das es auffängt, ist es nicht. Bei einer Dachfläche von 80 m² und einem Jahresniederschlag von 1'000 mm kommen rund 64'000 Liter Regenwasser (auch Meteorwasser genannt) zusammen – genug, um einen grossen Garten durch den ganzen Sommer zu bewässern und zusätzlich WC und Waschmaschine das ganze Jahr zu speisen. Was mit dem Regenwasser vom Dach geschieht, ist in der Schweiz nicht dem Zufall überlassen.

Erst die Regeln, dann die Rohre

In der Schweiz gilt ein klares Rangprinzip für den Umgang mit Regenwasser vom Dach. Der VSA (Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute) hält es in seiner Richtlinie «Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter» fest: Versickerung hat Vorrang, dann Einleitung in ein Gewässer, zuletzt die Kanalisation. Sauberes Dachwasser gehört nicht in die Kläranlage – es belastet die Infrastruktur, erhöht das Hochwasserrisiko und unterbricht den natürlichen Wasserkreislauf.

Unabhängig davon, welcher dieser Wege auf Ihrem Grundstück gilt: Das Dachwasser lässt sich vorher nutzen. Eine Regenwassernutzung kann praktisch immer zwischengeschaltet werden – mehr dazu in Weg 2.

Weg 1 – Auf dem Grundstück versickern lassen: die Versickerungsanlage

Wo der Boden es zulässt, ist die Versickerung auf dem eigenen Grundstück die bevorzugte Lösung. Gebräuchliche Typen sind der Sickerschacht (vertikale Ableitung in durchlässige Schichten) sowie die Rigole oder Versickerungsmulde (unterirdische Bauwerke aus natürlichen Baustoffen oder aus Kunststoff, die Wasser zwischenspeichern und langsam abgeben). Lehm- und Tonböden sind für die Direktversickerung in der Regel ungeeignet – prüfen Sie die Durchlässigkeit mit einem einfachen Versickerungstest.

Reicht die Aufnahmefähigkeit des Bodens bei Starkregen kurzfristig nicht aus, lässt sich parallel zur Versickerung ein Tank anschliessen. Er vergrössert das Stauvolumen und puffert die Spitze, bis die Versickerungsanlage das Wasser nach und nach aufgenommen hat. Es handelt sich dabei nicht um eine Retention im eigentlichen Sinn (es gibt keinen gedrosselten Auslauf in eine Leitung), sondern um einen reinen Zwischenspeicher zur Entlastung der Versickerung.

Wichtig: Versickerungsanlagen sind in den meisten Kantonen anmeldepflichtig. Der Kanton Zürich hält in seiner Richtlinie zur Regenwasserbewirtschaftung (2022) fest, dass Regenwasser grundsätzlich versickert werden muss. Unterirdische Anlagen ohne Bodenpassage können gemäss Merkblatt Kanton Zug (2022) einer kantonalen Bewilligung bedürfen.

Weg 2 – Das Beste aus dem Regen herausholen: die Regenwassernutzung

Dies ist für viele Hauseigentümerinnen und -eigentümer der sinnvollste Weg – und der einzige, der aus Dachwasser einen echten Mehrwert macht. Regenwasser sammeln statt verschwenden lautet die Devise. Das Besondere daran: Eine Regenwassernutzung lässt sich immer zwischenschalten – egal ob das Wasser anschliessend versickert (Weg 1) oder in die Kanalisation bzw. Meteorleitung fliesst (Weg 3), und unabhängig davon, ob eine Retention gefordert ist oder nicht.

Das gesammelte Dachwasser wird zunächst für Gartenbewässerung, WC-Spülung oder Waschmaschine genutzt – erst danach wird das überschüssige Wasser weitergeleitet. Wird das Regenwasser für Haushaltszwecke (WC, Waschmaschine) genutzt, gilt die Schweizer Norm SN 592'000, die eine strikte Trennung vom Trinkwassernetz vorschreibt. Die Gartenbewässerung ist in der Schweiz bewilligungsfrei.

Für die Nutzung kommen je nach Bedarf verschiedene Lösungen infrage:

  • Regenwassertank (Erdtank): grosses Speichervolumen für Haushalt und Garten, ideal auch in Kombination mit einer Retention (siehe Weg 3).
  • Regensäule: direkt ans Fallrohr angeschlossen, platzsparend und sofort einsatzbereit für die Gartenbewässerung.
  • Regentonne: die einfachste Lösung, ebenfalls direkt am Fallrohr.

Ripalgo bietet dafür passende Regenwassertanks und Regensäulen an, die sich einfach in die bestehende Dachentwässerung integrieren lassen.

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Weg 3 – Ableiten in die Kanalisation oder Meteorleitung: die Retention

Wo eine Versickerung nicht möglich ist, darf Regenwasser in die Kanalisation eingeleitet werden – aber ausschliesslich in die Meteorwasserleitung, nicht in die Schmutzwasserkanalisation. Ob das auf Ihrem Grundstück zulässig ist, regelt der Generelle Entwässerungsplan (GEP) Ihrer Gemeinde – das kommunale Planungsinstrument, das festlegt, wie Abwasser und Regenwasser im Gemeindegebiet zu entsorgen sind. In vielen Fällen ist eine Anschlussbewilligung erforderlich.

Bei der Einleitung in Kanalisation oder Meteorleitung kommt die Retention zum Einsatz. Ein Retentionstank nimmt das Dachwasser bei Starkregen auf und gibt es über eine Retentionsdrossel gedrosselt an die Leitung ab. Das schützt Infrastruktur und Grundstück vor Überlastung – und ist in der Schweiz zunehmend Pflicht: Eine wachsende Zahl von Gemeinden fordert von Bauherren Retentionsmassnahmen, bevor Wasser ins Kanalsystem gelangt. Ein echter Retentionstank ist immer ein Erdtank mit Retentionsdrossel – eine Regensäule oder Regentonne ist niemals eine Retention.

Der entscheidende Vorteil: Ein Retentionstank lässt sich mit einer Regenwassernutzung (Weg 2) kombinieren – und zwar im selben Tank. Dazu wird ein grösserer Tank gewählt und der Retentionsauslass auf der gewünschten Höhe eingeschweisst. Der untere Teil des Tanks fliesst nicht aus, das Wasser bleibt dort für die Nutzung gespeichert. Der obere Teil läuft kontinuierlich gedrosselt aus; der Notüberlauf kommt erst zum Einsatz, wenn der Tank randvoll ist und nichts mehr aufnehmen kann.

Ein Beispiel: Werden 2'000 Liter Retention gefordert, lässt sich ein 4'000-Liter-Tank einsetzen, bei dem der Retentionsauslass in der Mitte angebracht wird – so stehen die unteren 2'000 Liter für die Nutzung zur Verfügung. Wir schweissen die Anschlüsse individuell ein und können das Volumenverhältnis frei nach Ihren Vorgaben gestalten. Ripalgo plant und liefert solche kombinierten Systeme – massgeschneidert nach Dachfläche, Nutzung und kantonalen Vorgaben.

Fazit: Gemeinde fragen, dann entscheiden

Die richtige Lösung hängt von Bodenverhältnissen, Platz und den Vorgaben Ihrer Gemeinde ab. Fest steht: Je früher Sie die Frage «Wohin mit dem Regenwasser vom Dach?» klären, desto mehr Optionen stehen Ihnen offen – und desto grösser der Nutzen, den Sie daraus ziehen können. Entdecken Sie unser breites Sortiment an Regensäulen, Retentionstanks und Regenwassernutzungssystemen. So nutzen Sie die wertvolle Ressource «Regenwasser vom eigenen Dach» in Ihrem Garten und Haus – und schützen gleichzeitig Haus und Natur vor Überschwemmungen.

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