84'000 Liter Trinkwasserreservoir für eine Alp
Gleich hinter Untervaz GR steigt ein steiniger Forstweg an. Er führt durch dichte Wälder, an Engstellen vorbei, an denen zerborstene Gesteinsbrocken von einem kürzlichen Steinschlag zeugen, weiter hinauf zwischen grünen Weiden hindurch und über glucksende Gebirgsbäche. Für Fahrzeuge ist die Strecke nur mit Ausnahmegenehmigung befahrbar. Kein Wunder also, ist diese von Naturschönheit und sagenhaften Ausblicken gesäumte Gegend bei Wanderern beliebt.
Doch zur frühen Stunde – die Sonne versteckt sich noch hinter den Alpenkämmen und der spätsommerliche Morgentau sitzt noch auf den Blättern – ist hier noch kein Spazierstock zu sehen. Nur das Brummen von allradgetriebenen Fahrzeugen ist zu hören und das Knirschen von Rädern auf dem holprigen Forstweg. Es geht hinauf auf über 1‘750 Meter. Kurz nach der Baumgrenze öffnet sich der dichte Wald und die sanft hügeligen Alpwiesen geben den Blick frei auf die Gipfelreihe zwischen Landquart und Chur. In der Morgendämmerung liegen bereits zwei riesige Kunststofftanks zum Abtransport bereit.
Ein neues Klima: Grössere Trinkwassermengen müssen gefasst werden.
Mit jeweils 42‘000 Litern Fassungsvermögen werden die Tanks die Trinkwasserversorgung der Alp Calanda in den kommenden Jahrzehnten absichern. Immer längere Trockenphasen und heissere Sommer erschweren Alpwirtschaften und landwirtschaftlichen Betrieben die Versorgung durch Quellwasser.
In den letzten Jahren wurde deutlich, dass Niederschlag seltener vorkommt, dann jedoch meist grössere Mengen Wasser mit sich bringt. Das macht sich auch in Trinkwasserquellen hoch oben im Gebirge bemerkbar, aus denen kurzzeitig grosse Mengen an Wasser sprudelt, um später nahezu zu versiegen. Damit die Trinkwasserversorgung auch über längere Trockenheitsphasen abgesichert werden kann, müssen alpine Wirtschaften die grösseren Wassermengen auffangen, die nach den kurzen Niederschlagsphasen aus den Quellfassungen talwärts fliessen. Die kleineren Trinkwasserreservoire, welche noch meist aus dem vorigen Jahrhundert datieren, müssen also durch moderne und voluminösere Tanksysteme ersetzt werden.
Alpine Trinkwassersicherheit für Jahrzehnte
Die Mastrilser Alp Calanda hat vorgesorgt. Die beiden Trinkwasserreservoire mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 84'000 Litern reinem Quellwasser liegen bereit für den Abtransport. Durch den Forstbetrieb Landquart minutiös geplant, werden die beiden riesigen Bauwerke in den nächsten Stunden auf rund zweitausendzweihundert Metern Seehöhe fast unsichtbar in den Erdboden eingebettet – und das Leben von Mensch und Tier hoch oben über dem Rheintal für viele Jahre absichern.
Doch der neue Standort der Reservoire liegt sehr abgelegen und ist mit Fahrzeugen nicht erreichbar. Unterstützung kommt aus der Luft – gleich im Doppelpack.
Mensch, Maschine und Baumaterial müssen auf 2'200 m.ü.M.
Das röhrende Motorengeräusch der wendigen McDonnell Douglas von Heli Tamina kommt rasch näher. Aufgrund des fehlenden Landeplatzes nimmt die zweisitzige MD Personen und Maschinen im Schwebeflug auf und transportiert sie die letzten Höhenmeter hinauf bis unterhalb der Haldensteiner Calanda. Der Flug geht entlang der 2'200 Meter langen Trockenstein-Grenzmauer zwischen den Gemeinden Untervaz und Mastrils aus dem Jahre 1889. Oben angekommen werden die letzten Vorbereitungen getroffen, während der Helikopter hunderte Kilo schwere Säcke Schüttgut herbeischafft.
Nach wenigen Minuten rührt sich aus dem Rheintal ein markantes Wummern. Der K-Max-K-1200 von Rotex nimmt bereits den ersten Tank auf und macht sich auf den Weg nach oben. Zwei Flüge mit dem einzigartigen Lastentransporter sind notwendig, um die grossen Reservoire jeweils punktgenau auf dem zerklüfteten Plateau abzusetzen. Nahe am Abhang und doch unglaublich standfest unterstützt ein Schreitbagger die Mannschaft beim Einbau der Trinkwasserreservoire von Ripalgo. Nach nur 45 Minuten befinden sich die neuen Quellwassertanks perfekt positioniert an Ort und Stelle und werden von den Arbeitern an die Leitung der Quellfassung angeschlossen.
Hohe Qualität und eine durchgängige Projektplanung
Wir planen und fertigen auch Ihren neuen Trinkwassertank exakt passend zu Ihren Anforderungen. Dabei arbeiten wir lückenlos mit Ihren zusammen. Das Ergebnis: Ein schneller und hochwertiger Ersatz von bestehenden Trinkwasserreservoiren für viele Jahre Zufriedenheit und sicherer Wasserversorgung.
Sie benötigen einen Tank für Trinkwasser oder Abwasser? Kontaktieren Sie unser Team – wir unterstützen Sie gerne von Anfang an.
Ein Dankeschön an alle Beteiligten!
Das Team der Ripalgo AG bedankt sich bei Thomas Zyndel von den Forst- und Werkbetrieben Landquart für die Möglichkeit, dieses spannende Projekt mit Foto und Video begleiten zu dürfen! Herzlichen Dank auch an die gesamte Mannschaft vor Ort, den Piloten und den Flughelfern von Heli Tamina und Rotex Helicopter, die uns viele Einblicke gewährt und diese Dokumentation mit Tipps und Infos bereichert haben.
Fotos: ContentFox für die Ripalgo AG © 2025